Willst Du gesund werden?
Diese Frage stellte Jesus einem Gelähmten am Teich Bethesda (Joh. 5, 6). Zweifellos eine sehr kontrovers diskutierte und provozierende Frage, oder?
Gerade habe ich zu dieser o. g. Situation eine Predigt im Fernsehen gesehen. Ich musste darüber schmunzeln, weil auch hier diese Frage der Mittelpunkt der Predigt war und der Prediger versuchte den Grund dieser Frage einzukreisen, weil die Antwort doch offensichtlich sein sollte. Aber ist die Antwort wirklich so klar und logisch?
Merkwürdig ist auch, dass der gelähmte Mann nicht wirklich auf diese Frage antwortet, sondern ausweicht. Er erwidert nämlich, dass ihm ja niemand ins vermeintlich heilende Wasser hilft und er es daher nie schafft als erster im Teich zu sein. Beantwortet hat er die Frage von Jesus damit aber nicht.
Vordergründig und logisch betrachtet, scheint ein "Ja" auf diese Frage die einzige Konsequenz zu sein. Rückblickend habe ich diese Frage auch immer und völlig selbstverständlich mit "Ja" beantwortet. Ich hatte nun aber herausfinden müssen, dass meine Antwort auf diese Frage tatsächlich „Nein“ lautete.
Während meiner Ausbildung zur Heilerin, haben wir Tensor Tests auf typische Glaubenssätze durchgenommen und der Test auf genau diesen Satz fiel negativ aus. Auch mir kam nie die Idee, dass diese Frage essenziell wichtig ist und uns die Antwort ggf. überrascht. Auch ich war überrascht und erschrocken über die Wahrheit.
Wie jetzt? Wieso will ich denn nicht gesund werden?
Ich habe zwar kein Studium der Psychologie, aber ich weiß aus meiner Schulzeit, dass ein großer Punkt in der Psychologie das Unterbewusstsein ist und damit u. a. die Glaubenssätze sind. Es gibt natürlich auch positive und lebensbejahende Glaubenssätze, aber ich beschränke mich natürlich jetzt in diesem Rahmen auf die destruktiven Glaubenssätze.
Diese negativen Glaubenssätze werden durch kleinere und natürlich auch größere Traumata gebildet. Diese entstehen u. a. in unserem Leben dadurch, dass wir lernen, wie andere Menschen auf uns reagieren oder reagiert haben bzw. eben auch nicht.
Es ist wichtig zu wissen, dass sich Glaubenssätze u. a. auch bereits im Bauch der Mutter, während der Geburt und zu großen Teilen im Baby- und Kleinkindalter bilden. Aus diesem Grund sind viele unserer Glaubenssätze unbewusst entstanden, damit meine ich, dass wir uns an diese Situationen oftmals gar nicht erinnern und uns sogar gar nicht erinnern können.
Sollten wir uns an traumatische Situationen erinnern, verdrängen wir diese Situationen ins Unterbewusstsein, z. B. damit wir uns damit nicht mehr beschäftigen müssen und natürlich als Schutzfunktion. Möglicherweise möchten wir uns auch nicht eingestehen, dass wir verletzt wurden. Wir müssen funktionieren und es hilft ja auch nichts. Was passiert ist, ist passiert. Wir schlucken unsere Verletzungen also meist herunter, vergessen sie mitunter sogar ganz und bearbeiten und verarbeiten diese Traumata dadurch aber eben nicht.
Das Unterbewusstsein vergisst aber nicht! Das ist die Krux!
Schlimmer noch, dadurch manifestieren sich entsprechende Glaubenssätze im Unterbewusstsein als Blockaden und mitunter als unüberwindbare Hindernisse, die uns daran hindern können, heil zu werden. Mehr noch, sie können uns sogar dazu bringen, uns selbst zu schaden.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass es selten nur einen negativen Glaubenssatz in uns gibt, der uns blockiert. Es sind in der Regel sehr viele, die sich teilweise gegenseitig noch verstärken können. Das liegt auch daran, dass wir diese Glaubenssätze nicht allein ansparen. Im Laufe meiner eigenen Geschichte habe ich Glaubenssätze aufgespürt, die ich von meinen Ahnen übernommen haben muss. Aber dazu und zu weiteren Möglichkeiten Glaubenssätze anzusammeln, gibt es vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt und an anderer Stelle mehr.
Ich selbst habe mich allein und u. a. durch den Glaubenssatz "ich will nicht gesund werden" dazu gebracht, meiner Gesundheit keine besondere Aufmerksamkeit zu widmen und nicht für mich zu sorgen. Ich habe mich immer selbst unter Druck gesetzt mehr zu leisten und noch besser zu sein und mich verausgabt. Ich habe meiner Gesundheit mit Rauchen, ungesunden Essen und einer ungesunden Lebensweise geschadet. Im Rückblick habe ich mich tagtäglich emotional nahezu zerfleischt; und um das nicht zu spüren, habe ich mir selbst gegenüber, mein Herz verschlossen.
Dann gab es einen Zeitpunkt, dass ich ziemlich dringend mit dem Rauchen aufhören musste, ich war dazu aber nicht in der Lage. Meinen Lungen und Bronchien ging es nicht sonderlich gut. Ich hatte regelmäßig Bronchitis, glücklicherweise gab es noch keine Anzeichen für Schlimmeres, aber was nicht ist...
Nachdem der hier thematisierte Glaubenssatz bei mir bereits aufgehoben war, es bei mir aber immer noch irgendwie hakte, wusste ich erstmal nicht wirklich weiter. Lande ich etwa wieder in einer Sackgasse, wie in meinen vorherigen Therapiestunden beim Psychotherapeuten? Ich spürte innerlich eine unüberwindbare Hürde, so als ob ich über meinen eigenen Schatten springen müsste und dazu einfach nicht in der Lage war.
Nach einer gefühlten Ewigkeit fing ich endlich an, weitere Glaubenssätze abzuprüfen. Die meisten typischen Glaubenssätze konnte ich mittlerweile zu meinen Gunsten d. h. positiv testen.
Dann versuchte ich – ausgehend vom Ausgangssatz „Will ich gesund werden?“ oder "Ich will gesund werden." ähnliche Sätze zu bilden und diese mit dem Tensor abzufragen (oder in mich hineinzuhorchen). Die Glaubenssätze selbst sollten in positiver Form und als Aussage abgeprüft werden, also prüfte ich die Sätze „Ich will gesund werden!“, „Ich will gesund sein!“ und „Ich darf gesund sein!“.
Treffer!
Den letzten Satz hatte ich leider negativ getestet und innerlich fühlte ich ein 'Schaudern', also war im Umkehrschluss der Satz „Ich darf nicht gesund sein!“ ein weiteres Hindernis.
Ich verbot mir also, selbst gesund sein zu dürfen? Ich war nun doch etwas baff.
Der Ursprung dieses Glaubenssatzes lag übrigens, genau wie der Eingangssatz ebenfalls bereits im Bauch meiner Mutter. Zwischenzeitlich weiß ich auch warum. Ich durfte die Erkenntnis gewinnen, dass mein Zwilling während der Schwangerschaft meiner Mutter starb. Also war der Grund für diese Glaubenssätze höchst wahrscheinlich die Schuld des Überlebenden. Ich hatte überlebt, mein Zwilling nicht.
Was bei mir (s. o.) nun sehr deutlich wurde und wirklich wichtig zu wissen ist, dass es noch weitere zusätzliche abgewandelte Glaubenssätze geben kann. Das Unterbewusstsein ist tückisch und spitzfindig und achtet wirklich peinlich genau auf die Wortwahl. Leider müssen diese Glaubenssätze ebenfalls lokalisiert und aufgehoben werden, denn die Blockaden bestehen sonst weiterhin.
Drei Tage nachdem auch dieser Glaubenssatz bzw. die Auslöser dieses Glaubenssatzes aufgehoben war, konnte ich endlich mit dem Rauchen aufhören und ich bin bis heute rauchfrei.
Natürlich war es immer noch kein Zuckerschlecken mit dem Rauchen aufzuhören, aber ich spürte eine größere Leichtigkeit und die vermeintliche innere Blockade war für mich nicht mehr so unüberwindbar wie zuvor. Mein bewusster Wille war nun ausreichend und stark genug ;) .